...tierisch ausgeglichen

 

Das Problem, klein und süß zu sein

Keine andere Spezies auf der Welt bietet so eine große Vielfalt für jeden Geschmack wie der Haushund. Da ist von einem Kilo bis über 100 Kilo für jeden Hundeliebhaber das richtige dabei.


Besonders kleine Rassen erfreuen sich großer Beliebtheit. Stars und Sternchen zeigen sich gerne mit ihren Hunden auf dem Arm in der Öffentlichkeit und so ist es nicht verwunderlich, dass Chihuahua, Yorki, Malteser und Co. seit vielen Jahren zu den  absoluten Modehunden gehören.

Durch ihre geringe Größe scheinen sie leicht händelbar. Wenn 2 Kilo an der Leine zerren und bellen, ist es auch gefühlt etwas anderes, als wenn ein 50-Kilo-Rottweiler in der Leine steht und anschlägt. Wer schon einmal einen so kleinen süßen Vierbeiner an der Leine hatte weiß, dass man es eigentlich gar nicht wirklich merkt, wenn er sein ganzes Gewicht in die Leine legt und – in meist relativ hoher und vergleichsweise leiser Tonlage – seine Meinung kundtut.

Was bei den Großen bedrohlich und aggressiv auf das gegenüber wirkt, wird bei den kleinen Artgenossen häufig geduldet oder gar als niedlich empfunden.

Und genau das macht es für die Kleinen so schwer....

  

Auch wenn es sicherlich rassespezifische Unterschiede gibt, so haben doch alle Hunde eines gemein. Sie haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sozialkontakt und sind i.d.R. gewillt, dem Menschen zu folgen. Die Welt in ihrem Kopf funktioniert anders als unsere und was sie brauchen, um sich in unserer Menschenwelt wohlzufühlen und zurechtzufinden, sind Regeln und eine klare Kommunikation.

Lernt der Vierbeiner nicht, wie unsere Menschenwelt funktioniert und dass Herrchen oder Frauchen alles unter Kontrolle hat und ihm Sicherheit geben, wird er versuchen, die Dinge selbst zu regeln. Häufig sieht das dann in der Praxis so aus, dass er an der Leine zerrt, unkontrolliert bellt und überhaupt das tut, was ER für richtig und angemessen hält. Das fatale daran ist, dass Hunde, die keine Führung haben meist nicht entspannt sind und sich daher auch nicht wohlfühlen.


Es ist unsere Aufgabe als Hundehalter, dem Hund einen guten Umgang mit Artgenossen und Menschen beizubringen und das Leben für ihn berechenbarer und somit auch entspannter zu gestalten. Und dabei spielt es keine Rolle, wie groß der Vierbeiner ist. Wenn ich meinen Hund erziehe, schränke ich ihn also nicht ein, sondern gebe ihm Sicherheit. Denn für ihn wird klar, was Mensch erwartet und welche Konsequenzen sein Verhalten haben.

  

Das meiner Meinung nach wichtigste Element in der Hundeerziehung ist es, dass der Hund lernt, entspannt an lockerer Leine zu gehen und sich auf die Souveränität seines Menschen verlassen zu können. Das kann jeder Vierbeiner in einer guten Hundeschule ohne Druck und Zwang lernen, ebenso wie einige Grundkommandos, z.B. Sitz und Platz.

Auch der richtige und höfliche Umgang mit Menschen und Artgenossen will gelernt sein und ist für das Glück Ihrer Fellnase unerlässlich.

  

Es ist also egal, ob Ihr Hund nun ein Kilo wiegt oder 80; Er hat es verdient, dass Sie ihm helfen, sich in unserer Gesellschaft zurecht zu finden. Und es ist nie zu spät, mit dem Training anzufangen und ihm so Beschäftigung, Spaß, Auslastung und Sozialkontakte zu ermöglichen.

  

Ein wirklich entspannter und souveräner Hund muss nicht an der Leine ziehen und Autos, Menschen oder Artgenossen verbellen. Oder anders formuliert: ein Hund der unkontrolliert bellt und nicht gelernt hat, sich im Leben mit dem Menschen zurecht zu finden, ist nicht entspannt und ausgeglichen.

  

Ihr Hund ist es wert! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrem Vierbeiner viel Spaß und Erfolg beim Training!


Copyright:
Daniela Esch
Hundeverhaltenstherpie folgerichtig
www.hundeverhaltenstherapie-folgerichtig.de


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